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Lüftung - Welche Zulufttemperatur ist optimal?

20. Mai 2019 | Lüftung, Temperatur, Zuluft, Betriebsoptimierung | Mark Iten

Die Konditionierung der Zuluft einer Lüftungs- oder Klimaanlage benötigt viel Energie, welche über die Heizung oder Kälteanlage bereitgestellt werden muss. Damit keine Energie verschwendet wird und trotzdem die Behaglichkeit in den Räumen gewährleistet ist, stellt sich also die Frage, welches die optimale Zulufttemperatur ist? Dazu gibt es einige Grundsätze, die als Betreiber von solchen Anlagen zu beachten sind.

Sämtliche Wärme- und Kälteenergie, die für eine Lüftungs- oder Klimaanlage aufgewendet werden muss, wird dazu benötigt die richtige Zulufttemperatur zu gewährleisten. Dies ist wichtig, damit die Behaglichkeit in den versorgten Räumlichkeiten sichergestellt werden kann. In der Praxis ist es mehrheitlich so, dass Temperaturen nicht richtig eingestellt sind, was zu erhöhtem Energieaufwand und damit zu Kosten führt. Wie weiss ein Anlagebetreiber also, wann er die richtige Temperatur eingestellt hat und was dabei zu beachten ist?

Was sind die Ursachen von falsch eingestellten Zulufttemperaturen?

Weshalb sind bei sehr vielen Lüftungs- und Klimaanlagen falsche Temperaturwerte eingestellt und warum werden damit höhere Energiekosten in Kauf genommen? In den allermeisten Fällen ist es so, dass mit einer vorhandenen Lüftungs- oder Klimaanlage und dessen Einstellung der Zulufttemperatur eine klassische Symptombekämpfung betrieben wird. Das bedeutet, dass eigentlich andere Ursachen vorzufinden sind, welche dafür verantwortlich sind, dass es im Raum nicht behaglich ist. Aufgrund der schnellen Reaktionsweise der Lüftungsanlagen ist es naheliegend das Problem mittels Manipulation der Zulufttemperatur zu beheben. Ursachen für Probleme im Bereich der Behaglichkeit sind in der Regel folgende:

  • Exponierte Räume, die Heizung genügt nicht oder die Sonne überhitzt
  • Falsch eingestellte Heizung oder ungünstige Wärmeabgabe
  • Undichte Gebäudehülle
  • Falsch eingestellte Luftmengen (Luftmengenbilanz im Gebäude)
  • Zu hohe interne Wärmelasten in den Räumen

Oben aufgeführte Liste ist nicht abschliessend und es können weitere Ursachen für die Missstände und damit falsch eingestellte Temperaturen vorhanden sein.

Grundsätze zur Festlegung der geeigneten Zulufttemperatur

Bei einer einfachen Lüftungsanlage mit einer normalen Raumnutzung ist einer der wichtigsten Grundsätze, dass die Lüftung nicht zu Heizzwecken genutzt werden kann. Sie dient primär der Lufterneuerung und kann die Funktion einer Heizung nicht übernehmen. Dieser Irrglaube führt bei Anlagenbetreiber nach wie vor dazu, dass zu hohe Zulufttemperaturen (Temperaturen über der gewünschten Raumlufttemperatur) eingestellt werden. Es ist daher immer darauf zu achten, dass während den Wintermonaten stets dieselbe Zulufttemperatur gewählt wird, auf welche auch die Heizung im Raum eingestellt ist (sogenannt isotherme Zulufteinführung). Dies ist, mit ganz wenigen Ausnahmen (Sporthallen, grosse Hallen oder spez. Raumnutzungen), immer anzustreben.

Bei Ausnahmefällen muss die erforderliche Übertemperatur auf die ursprüngliche Planung abgestimmt werden und erfordert Spezialwissen. Generell kann aber davon ausgegangen werden, dass bei Normalbetrieb der Räumlichkeiten die Zulufttemperatur max. 4 Grad über der gewünschten Raumlufttemperatur eingeblasen wird. Wird ein spezieller Aufheizbetrieb gefahren, dann ist die Übertemperatur wesentlich höher. Während dieser Zeit sind keine Personen anwesend und die Behaglichkeit muss nicht gewährleistet werden.

Wird mit einer Klimaanlage im Sommer gekühlt, ist die eingestellte Temperatur primär vom System der Lufteinführung in die Räume abhängig. Die gewählte Untertemperatur (Zulufttemperatur ist unter der Raumlufttemperatur) kann he nach System unterschiedlich sein: Bei Quellluftsystemen befindet sich die Zulufttemperatur rund 2 – 3 Grad unter der Raumlufttemperatur. Bei Mischluftsystemen kann die Zulufttemperatur wesentlich tiefer mit 6 – 8 Grad unter der erwünschten Raumlufttemperatur eingeblasen werden. Diese Richtwerte gelten bei einer max. Aussenlufttemperatur von 30°C (wobei die Raumlufttemperatur auf rund 26°C gehalten werden soll). Wird diese Grenze überschritten, dann ist mit Zugluft und einem unbehaglichen Klima zu rechnen. Ein zu grosser Temperaturunterschied zwischen sommerlichen Aussen- und klimatisierten Innentemperaturen wird als unangenehm empfunden.

Daher ist ein weiterer Grundsatz im Kühlfall, dass die zu erreichende Raumlufttemperatur abhängig von der Aussenlufttemperatur festgelegt wird. Die Zulufttemperatur wird in der Regel konstant gehalten. In einem zweiten Optimierungsschritt kann geprüft werden, ob diese ebenfalls dynamisch nach verschiedenen Parametern geregelt wird. Dies sollte jedoch mit einem Profi zusammen erfolgen.

Vorgehen und Nutzen der richtigen Temperatureinstellung

Im Winter ist die Zulufttemperatur der Lüftung mit der Heizung abzustimmen. Je nach Raum wird daher die Temperatur auf rund 20 – 22°C eingestellt. Wird nach der Einstellung festgestellt, dass es in den Räumen unangenehm ist, dann sollten die Ursachen dafür ermittelt werden. In solchen Fällen ist es ratsam auf einen Profi zurückzugreifen. Hier kann Ihr PEIK Berater gerne weiterhelfen.

Muss ein Raum gekühlt werden, dann sollte zuerst das Lufteinführungsystem identifiziert werden. Ist dies bekannt kann die Zulufttemperatur im Sommer auf die entsprechenden Werte eingestellt werden. Falls es nach den Einstellungen zu warm ist oder Zugluft auftritt, muss dies ebenfalls wiederum über eine Ursachenforschung geklärt werden. Hier ist es ebenfalls ratsam Hilfe anzufordern.
Bei Unsicherheiten sollte auf jeden Fall Hilfe angefordert werden. Unterstützung bietet auch hier Ihr PEIK Berater.

Was bringt’s?

Der Nutzen, welcher die richtigen Temperatureinstellungen mit sich bringt, ist hoch. So kann davon ausgegangen werden, dass ein Grad Celsius Reduktion der Temperatur beim Erwärmen der Zuluft oder entsprechend ein Grad Erhöhung im Kühlfall eine Ersparnis von rund 5% der benötigten Energie und auch der Kosten mit sich bringt. Es kann also mit entsprechenden Kostensenkungen gerechnet werden. Zudem wird die Behaglichkeit und das Komfortempfinden der Nutzer der Räumlichkeiten gesteigert.

PEIK steht für professionelle Energieberatung für Ihr KMU. Wir helfen Ihnen dabei, Ihre Energiesparprojekte gezielt in Angriff zu nehmen.

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Autor

Mark Iten
Energiespezialist / Geschäftsleiter
ENOVA AG
www.enovaag.ch/

Quellen