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Funktioniert die Wärmerückgewinnung meiner Lüftung wie sie soll?

15.10.2019 | Funktioniert die Wärmerückgewinnung meiner Lüftung wie sie soll? | Mario Schafer

Um den Heizwärmebedarf markant zu reduzieren und gleichzeitig den Komfort zu erhöhen, wird in vielen Lüftungsanlagen eine Wärmerückgewinnung (WRG) eingebaut. Dieser Artikel zeigt auf, wie auf einfache Weise die Effizienz der WRG überprüft werden kann. Zudem werden mögliche Ursachen für eine reduzierte Wärmerückgewinnungseffizienz dargelegt.  

Lüftungsanlagen werden in sämtlichen Gebäudekategorien vorgefunden und tragen aufgrund der üblicherweise langen Betriebszeiten massiv zum Energieverbrauch bei. Dies einerseits aufgrund der benötigten Antriebsenergie für die Ventilatoren, andererseits wegen der Luftaufbereitung (Heizen, Kühlen, Befeuchten, Entfeuchten). Der Energiebedarf für die thermische Luftaufbereitung wird durch den Einsatz einer WRG reduziert. Funktioniert diese nicht mehr richtig, so muss nachträglich mehr Energie zum Heizen oder Kühlen aufgewendet werden. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, die Effizienz der WRG gelegentlich zu überprüfen.

Rückwärmzahl

Ein Hinweis über die Effizienz der WRG liefert die Rückwärmzahl (auch Temperatur-Wirkungsgrad genannt). Diese wird entweder auf die Fortluft oder auf die Aussenluft bezogen und wie folgt berechnet:

Tabelle – Rückwärmzahl

Die erforderlichen Temperaturen zur Berechnung der Rückwärmzahl können direkt über die Thermostate in den Lüftungskanälen vor bzw. nach dem Lüftungsgerät abgelesen werden. Falls vorhanden können diese Werte auch aus dem Gebäudeleitsystem entnommen werden.

Richtwerte für Rückwärmzahlen verschiedener Wärmerückgewinnungen

Je nach Anforderung (Feuchterückgewinnung, räumliche Trennung zwischen Zu- und Abluft Monoblock, Brandschutzrichtlinien, etc.) werden auch verschiedene Wärmerückgewinnungssysteme eingesetzt. Diese weisen unterschiedliche Rückwärmezahlen auf:

  • Plattenwärmetauscher Kreuzstrom: nt 0.5 – 0.6
  • Plattenwärmetauscher Gegenstrom o. Kreuz-Gegenstrom: nt 0.7 – 0.85
  • Rotationswärmetauscher: nt 0.7 – 0.85
  • Kreisverbundsystem (KVS): nt 45 – 0.65

Mögliche Ursachen für eine geringe WRG-Effizienz

Wird bei der Berechnung der Rückwärmzahl festgestellt, dass die Richtwerte wesentlich unterschritten werden, sollte die Anlage genauer untersucht werden. Nachfolgend eine Auflistung möglicher Ursachen für eine reduzierte Effizienz der WRG:

Tabelle – Mögliche Ursachen für eine geringe WRG-Effizienz

 

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Autor

Mario Schafer

Energieeffizienz-Ingenieur bei der Geschäftsstelle PEIK

peik.ch

Quellen

Foto: shutterstock