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Elektromobilität – Wann lohnt sich der Umstieg?

15.10.2019 | Elektromobilität – Wann lohnt sich der Umstieg?

«Die Elektromobilität ist rasant auf dem Vormarsch. Unter welchen Voraussetzungen der Umstieg auf Elektrofahrzeuge nachhaltig und wirtschaftlich ist, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.»

Mit hoher Regelmässigkeit erscheinen heute Nachrichten über die Elektromobilität: Öffentliche Ladestationen werden gebaut und eingeweiht, private Ladelösungen sind als Serienprodukte verfügbar und sämtliche namhaften Fahrzeughersteller kündigen laufend neue Modelle zu günstigeren Preisen und mit höherer Reichweite an. Die Elektromobilität kann einen wichtigen Beitrag zur dringend notwendigen Reduktion der Treibhausgasemissionen leisten und sich auch finanziell auszahlen. Deshalb ist es zentral, dass man sie in das betriebliche Mobilitätsmanagement und in die Erneuerung der betriebseigenen Fahrzeugflotte mit einbezieht.

Während für Privatpersonen bei der Anschaffung eines Elektrofahrzeugs vor allem ideologische und emotionale Werte hoch gewichtet werden, zählt für Unternehmen auch die Wirtschaftlichkeit und die Betriebssicherheit ihrer Fahrzeugflotte. In diesen Bereichen jagen sich die neuen Informationen und widersprechen sich teilweise. Dies macht es für die Entscheidungsträger von kleinen und mittleren Unternehmen anspruchsvoll, sich mit den auftauchenden Fragen in diesem Bereich fundiert auseinanderzusetzen.

Wann lohnt sich der Umstieg?

Aus ganzheitlicher Sicht lohnt sich der Umstieg von Fahrzeugen mit konventionellen Benzin- oder Dieselantrieben auf Elektrofahrzeuge, wenn die Elektrofahrzeuge mit erneuerbarem Strom oder noch besser, mit zertifiziertem Ökostrom betrieben werden. Auf diese Weise können die Treibhausgas-Emissionen gesenkt und langfristig die volkswirtschaftlichen Kosten durch die Klimaerwärmung reduziert werden.

Damit sich der Wechsel auch aus rein wirtschaftlicher Sicht für das einzelne Unternehmen lohnt, müssen die Beschaffungs- und Betriebskosten im Rahmen der Fahrzeugevaluation genau analysiert werden. Auf der Seite der Beschaffungskosten fallen das Fahrzeug selbst, die Batterie sowie die Ladeinfrastruktur an. Auf der Seite der Betriebskosten sind die Aufwendungen für die benötigte Energie (Ladestrom), Wartung und Unterhalt, Verkehrssteuer und Versicherungen zu berücksichtigen.

Bei der Finanzierung des Fahrzeugs und der Ladeinfrastruktur stehen wie bei konventionellen Fahrzeugen Kauf- und Leasingmodelle zur Verfügung. Speziell ist bei Elektrofahrzeugen die Batterie zu betrachten. Ein Batteriekauf ist hier gegenüber einer Batteriemiete insbesondere bei hohen Fahrleistungen sinnvoll, da die Mietpreise für höhere Fahrleistungen ebenfalls höher ausfallen.

Im Betrieb machen die Energiekosten den grossen Unterschied zu konventionellen Fahrzeugen aus. Elektrofahrzeuge brauchen aufgrund ihres viel höheren Wirkungsgrads und der Möglichkeit, beim Bremsen und bei Talfahrten Energie zurückzugewinnen, viel weniger Energie. Je nach Treibstoff- und Strompreisen können die Jährlichen Energiekosten eines Elektrofahrzeugs damit um 50 bis 70% tiefer ausfallen als diejenigen eines vergleichbaren Benzin- oder Dieselfahrzeugs. Auch hier gilt es im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsbeurteilung wiederum genau abzuwägen, wann, wo und zu welchen Konditionen die Fahrzeuge geladen werden. Verfügt der Betrieb zum Beispiel bereits über eine Photovoltaikanlage zur Eigenstromerzeugung, kann diese die Wirtschaftlichkeit einer E-Fahrzeugflotte noch verbessern.

Ein weiterer wichtiger Kostenfaktor im Betrieb sind die Verkehrssteuern. Hier muss beachtet werden, dass Fahrzeuge und insbesondere Elektrofahrzeuge von Kanton zu Kanton sehr unterschiedlich besteuert werden. Während in einigen Kantonen E-Fahrzeuge durch tiefe oder gar keine Motorfahrzeugsteuern begünstigt werden, sind sie andernorts durch eine rein leistungsabhängige Abgabe gegenüber einem konventionellen Fahrzeug unter Umständen sogar benachteiligt.

Die PEIK-Energieberatung hilft

Die Wirtschaftlichkeit eines Umstiegs auf Elektrofahrzeuge ist wie oben gezeigt stark von den Bedingungen des Betriebs und seines Standorts abhängig. Darum lohnt es sich, Kosten und Nutzen mit Berücksichtigung dieser Bedingungen im Einzelfall zu berechnen. Im Rahmen einer PEIK-Energieberatung können entsprechende Massnahmen berücksichtigt und im Detail beurteilt werden. Die PEIK-Energieberatung kann damit dazu beitragen, Ihre Fahrzeugflotte gezielt und mit einer hohen Kosteneffizienz zu optimieren.

Zusätzliche Informationen finden Sie hier:

Projekt charge4work (Swiss eMobility)

Mythbuster (Swiss eMobility)

CO2 tieferlegen (EnergieSchweiz)

Faktenblatt: Umweltauswirkungen von PW (EnergieSchweiz)

Entscheidungshilfe aus der Auto-Umweltliste 2019 (VCS)

Faktenblatt Elektromobilität (Swiss eMobility)

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Autor

Peter Böhler
MSc Umweltingenieur ETH; Energieeffizienz, Organisationsentwicklung und Change-Leadership
Böhler MTU GmbH, 6010 Kriens
www.boehler-mtu.ch