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Wie optimiere ich den Druck meiner Druckluftanlage und warum?

2. Mai 2019 | Druckluft, Betriebsoptimierung | Matthias Bendig

Druck­luft kommt in vie­len Bere­ichen in Gewerbe und Indus­trie zum Ein­satz: Viele Maschi­nen nutzen Druck­luft, Druck­luftwerkzeuge sind gün­stig und lan­glebig, doch lei­der ist die Druck­lufterzeu­gung energiein­ten­siv und dadurch sehr teuer. In einem typ­is­chen Gewer­be­be­trieb verur­sacht ein um ein bar zu hoher Druck Mehrkosten von ~7%. Eine Opti­mierung des Druck­niveaus kann im Betrieb vorgenom­men wer­den und führt zu sofor­ti­gen Einsparungen.

Wie hoch ist der Druck eigentlich bei uns?

Viele Druck­luftwerkzeuge sind laut Her­steller für einen Druck von 7.3 bar aus­gelegt, funk­tion­ieren aber auch darunter. Bei Indus­triemaschi­nen liegt der benötigte Druck oft sowieso niedriger und diese ver­fü­gen über einen eige­nen Druck­min­der­er. Um ein rei­bungs­freies Funk­tion­ieren zu garantieren und auch bei mehreren par­al­lel arbei­t­en­den Anwen­dern, immer ein aus­re­ichen­des Druck­niveau zu garantieren, wird in vie­len Unternehmen ein Soll­druck von teils deut­lich über 8 bar eingestellt. Wenn der Druck erst ein­mal eingestellt ist und keine Prob­leme auftreten, dann bleibt er auch in der Regel unverän­dert bei dem Wert. Oft sind hohe Drück aber gar nicht, oder nur ganz spo­radisch nötig.

Wie gehe ich am besten vor?

Da das kom­prim­ieren von Luft viel Energie ver­schlingt und der Energieaufwand mit steigen­dem Druck­niveau immer steil­er zunimmt, sollte ein möglichst geringer Betrieb­s­druck angestrebt wer­den. Am besten gehen Sie dabei schrit­tweise vor: Im Abstand von ein paar Tagen, senken sie jew­eils den Druck um 0.2 bar. Sollte es in der Zeit keine Prob­leme geben, kön­nen Sie den näch­sten Schritt vornehmen. Sobald ein Prob­lem auftritt, stellen sie ein­fach wieder den vorheri­gen Druck ein, bei dem es keine Prob­leme gab. Von diesem Druck aus kön­nen Sie dann in kleineren Schrit­ten weit­er opti­mieren. Wichtig dabei ist, alle Ein­stel­lun­gen zu doku­men­tieren. Erstellen sie hier­für eine Tabelle mit min­destens fünf Spal­ten: den Druck vor und nach der Änderung, das Datum, die aus­führende Per­son und eine bre­it­ere Spalte für Bemerkungen.

Diese Doku­men­ta­tion hil­ft Ihnen auch dabei flex­i­bel auf Bedarf­ss­chwankun­gen zu reagieren und nach ein­er Phase mit hohem Bedarf, rasch wieder auf eine opti­mierte Ein­stel­lung zurück­zukehren.
Um eine regelmäs­sige Über­prü­fung des Druck­niveaus zu begün­sti­gen, hil­ft es eine ver­ant­wortliche Per­son zu bes­tim­men. Dies kann vom Werk­stat­tleit­er bis zum Lehrling jed­er übernehmen.

Was bringt es?

Selb­st in Betrieben mit kleinen Kom­pres­soren und spo­radis­chem Bedarf kön­nen die Stromkosten für die Druck­lufterzeu­gung schnell mehrere Hun­dert Franken betra­gen. Bei grösseren Kom­pres­soren und höherem Bedarf fall­en auch schon mehrere Tausend Franken an Stromkosten an. Da zahlen sich ein paar Minuten für die Ein­stel­lung des Drucks natür­lich leicht aus.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen und noch mehr Tipps zum Senken der Druck­luftkosten find­en sich unter https://www.energieschweiz.ch/page/de-ch/druckluftanlage-optimieren.

Autor

Matthias Bendig
Inge­nieur für Energieef­fizienz
Geschäftsstelle PEIK
peik.ch

Quellen

Bilder: shutterstock.com

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